April 25, 2009

Ja, manchmal kann man einfach nicht so gut schreiben. Da fließt alles in einem… aber die Worte nicht heraus. Ich beobachte das aber nun schon das 2. Jahr, denn letzten Frühling war das nicht anders. Kaum ist die Sonne da und eine Schicht Klamotten weniger, schreiben die Leute im Internet weniger, posten nur noch lustige Filmchen oder empfehlen schnell mal ein Buch, lassen aber wenig da von den Gedanken, von den Kopfflitzern dieser Welt und werfen die Tasche um die Schultern, und gehen raus, wo sie alle sind…

Also, Alster hab ich schon viele getrunken. Diesen jungen Frühling lang. Am besten mit Almdudler. Der eignet sich übrigens auch hervorragend für einen „Tiroler“, ein fantastisches und erfrischendes Erfrischungsgetränk, halb Weißwein, halb Kräuterlimo. Dazu ein Zigarettchen, obwohl ich eigentlich gar nicht rauche und obendrein auch gerade aufgehört habe, und das rascheln der Blätter der Bäume vorm Berliner Betrüger… und man denkt, Hamburch, ich geh nie wieder hier wech!

Geh ich momentan sowieso nicht. Aber immer dieser Hirnfick, von wegen andere Länder, große Städte. Kennt ihr bestimmt. Oder? Ja, genau das frag ich mich immer wieder. Wie denn die anderen damit umgehen. Wie denn die anderen mit diesem Dilemma aus Fernweh, Zukunftsangst, Verpassungsangst, Heimweh, Deutschespracheliebe und Heimatichhabdichendlichgefunden-Gefühl umgehen. ?!

Ich träumte von Wien. Als ich in Wien war, wars gar nicht so toll, wie ich immer feucht geträumt habe. Ich träumte von weiter weg, und bin in Hamburg gelandet, weil mir Berlin am ersten Begegnungspunkt nicht die geile Röte in die Wangen getrieben hat. Und nun bin ich hier und weiß, ich träumte immer von London, von NYC, von der großen Stadt für das große Mädchen, in der die Baguette-Läden lange offen haben, alles 24 HOURS OPEN, immer verfügbar, nichts geht geht schlafen, alles wacht, man ist nie alleine, es rauscht, es rauscht immer… und die Luft so riecht, wie man immer wollte, dass sie um einen ist, wenn man endlich glücklich ist. Und einen Punkt gefunden hat. Wie man den auch immer nennen mag.

Gerade wenn ich auf solchen Seiten bin, kommts mir so vor, als wenn alle Welt da draußen jedes Wochenende den Spaß ihres Lebens hat, besoffen und doch noch immer bestaussehend puren Vodka in rauen Mengen kippt, während getanzt wird, bis die Sonne aufgeht und alle Leute, gekleidet wie eine Mix-Runway-Show aus Heidi Slimane und Marc Jacobs, mit dem besten Flash, den wir uns gar nicht vorstellen, in High-Heels nach Hause gehen, die so viel kosten, die meine Miete im Monat Mai.

Vielleicht sollte ich mir manchmal solche Dinge gar nicht ansehen und Samstagabend weiter mein Bier trinken, ohne total fancy, verschwitzt und halbnackt auf irgendeiner Tanzfläche dieser Welt zu stehen. Vielleicht sollte ich genau das aber mal machen, anstatt hier Marke Alleinbier zu zelebrieren. Auch wenn das mal ganz schön ist… Ja, Hanna, heulen, wie geil die Welt da draußen doch ist, mochtest du an anderen Leuten auch nie besonders. Auch wenn die ihren Tee kochen und ich meinen Kaffee trinke. Aber dennoch… willste was erreichen, musste die Puschen mal aus und die Asics mal anziehen. Fast forward, oder so.

Naja… im Grunde isses hier schon echt super. Hamburch, ich lieb dich. Ehrlich. Weil ich weiß ja, die Kotze ist in L.A. auch keine andere, als eine, die hier gekotzt wird. Aber… aber man war vielleicht erfüllt, erfüllt von einem Abend, einer Luft, die man immer an seiner Haut mal spüren wollte, war umgeben von Leuten, die man noch nie gesehen hat und auch nie mehr sehen möchte, und hat getrunken, wie man es gefühlt noch nie getan hat; hat sich ein bisschen crazy gefühlt, war dabei, war mittendrin und obendrauf, hat abgeravet wie die Leute auf der 1. Loveparade damals und geschrien, als ob man ein Kind direkt und gleich bekommen würde. Verdammter Hirnfick. Jetzt wisst ihr, von was ich gesprochen habe.

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3 Responses to “”

  1. kathy Says:

    es muss ja nicht immer gleich „Weg hier“ sein um die Luft anderer Städte zu spüren.
    Auch wenn es lange dauern kann, weil keiner von uns einen Geldesel zuhause hat: sparen und dann nur für wenige Tage die NY Luft einatmen und die Strassen LAs vollkotzen um dann schön wieder nach Hause zu kommen.

    …ich jedenfalls, würde mit dir jede Strasse vollkotzen, ob NY, Rio, Moskau oder von mir aus Istambul. Leider kotze ich aber vom trinken nicht, aber der Wille zählt :-*

    I can wait.

  2. kayvonaspern Says:

    Ich lieb Hamburch auch. Wien nich. Wien mag ich nur manchmal mehr und manchmal weniger.

  3. Chris Says:

    Ich finde die Kotze in Hamburg sehr schön, die Kotze in London war aber auch nicht schlecht, aber das sind doch keine Distanzen. Ich kann quasi im Strahl von London nach Hamburg rüberkotzen, und nach Berlin sowieso auch. Wien wär mir zu weit, die Kotze würde maximal nur bis München gehen, deswegen lass ichs. Und LA wär mir zu groß, soviel Kotze bringt mein Magen nicht hervor. Auch nicht, wenn ich noch soviel saufe.


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