I.O.U Galaxy

Oktober 5, 2008

Gerade fiels mir wieder ein. Diese eine Nacht. Als ich unterm Sternenhimmel lag, klassisch, romantisch und nicht allein. Als der Punkrock laut um mich spielte und ich der glücklichste Mensch auf Erden war. Der glücklichste Mensch, in einer Mischung aus Verbotenem und Gewünschten. Und ich hatte meinen Kopf auf seinem Arm und wünschte mir nicht mehr und nicht weniger und starrte in den Himmel, der mich in diesen Minuten mit seiner Komplexität nicht im Geringsten irgendwo juckte. Denn ich fühlte mich ganz und weich und leicht, während der Wörthersee rauschte und ich mir dachte, ja, ja, so sollte es immer sein.

Ich frag mich ja oft, ob man sich die Vergangenheit und Momente einfach so lange schön redet, bis man irgendwann glaubt, dass früher alles so viel besser und man selbst damals zufrieden war. Ich denk nämlich, dass das ganz oft der Fall ist. Dass man nämlich nur noch zurückblicken, die Gefühlslage von damals aber nicht wieder hervorholen kann. Das fuktioniert übrigens nicht umgekehrt, denn, komischerweise, kann ich zB. ganz genau noch einschätzen, wann es mir wirklich dreckig ging und wann es aushaltbar war. Witzigerweise, denn ich wage nicht zu behaupten, dass diese Gefühle mehr oder weniger an Intensität hatten. Bloß will mein Hirn mir gern mal einen Clown vorspielen und ruft gerne nur die guten Sachen hervor; lässt Situationen, damals, ja so unglaublich gut und vorallem viel besser als heute erscheinen; lässt negative Sachen an Personen vergessen und sie fast heldenhaft in meiner Phantasie schweben; lässt zwischenmenschlichen Kummer außen vor und mich fragen, warum man denn damals eigentlich auseinander ging, warum die Freundschaft an Lapalien brechen und man sich aus den Augen verlieren musste.

Nur mit großer Anstrengung kann ich, wie nach einer Liebestrennung, schwer die negativen Seiten von so vielen Momenten sehen, die sich so unglaublich wunderbar in meinem Hirn abspielen, als ob es früher, damals, vor Monaten und Jahren, nichts Schlechtes an den Menschen gab, mit denen ich das alles erlebt habe. Derweil weiß ich, wie unglaublich fit und clever meine Platte da böse mitspielt und wie unglaublich schnell ich sagen kann: sowas tolles werd ich nie wieder haben. Bullshit.

Auch wenn das alles sehr undurchsichtig mit der Zeit wird und ich irgendwann nimmer weiß, wie es wirklich war, weiß ich doch, dass dieser eine Abend echt war. True. Da kann ich nun weiter bescheuert drüber nachdenken, was ich noch alles verklärt sehe. So war es. So war es wirklich. Und das is manchmal schon viel zu wissen. Und sei es ein verfickter Abend.

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4 Responses to “I.O.U Galaxy”

  1. hannasblog Says:

    Danke!

    Dabei wollt ich ihn gerade mittags löschen, weil mir oft am nächsten Tag Texte, die ich in der Nacht schreibe, nicht mehr ganz real und geheuer scheinen…

  2. pjebsen Says:

    @hannasblog: Das kenne ich nur zu gut, aber meist sind die Bedenken dann doch nicht berechtigt.

  3. Nummer 9 Says:

    Andere Gedanken: Hast du das neue Oasis-Album denn schon??


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