Juli 6, 2008

Liebes Österreich,

manchmal fehlst Du mir sehr. Deine Einfachheit, Deine Berge, Deine Seen, Klagenfurt und der Ulrichsberg, Deine Nähe zu Italien und das Gefühl, dass ich nur zu Hause habe.

Jedesmal wenn ich komme, hab ich keinen Plan, was ich machen soll, denk mir, dass ist viel Zeit und so müssen auch viele Bücher mit. Und jedesmal bringe ich alle wieder ungelesen mit, heule am Flughafen oder im Auto beim Abschied und hab gefühlte 2 Tage hinter mir. Jedesmal will ich meine Familie mitnehmen und nicht alleine gehen, auch wenn ich gerne wieder in den Norden gehe und komme. Aber: Heimat ist Heimat und volle scheen is volle scheen.

Liebes Österreich,

war schön bei Dir. Du hast Dich von Deiner besten Seite gezeigt, hast uns empfangen und gehen lassen, hast alles geboten was wir wollten und mir beim Abschied den Kopf gehalten, weil Du genau weißt, dass Kommen und Gehen immer schwieriger ist als Sein und Bleiben.

Liebe Österreich,

ich werde Dich nie nie nie verraten, schon gar nicht vergessen, ich werde Dich nie leugnen und nie verstecken. Leider verliert mein Mund den Dialekt, weil einfach niemand mit mir meine „Muttersprache“ spricht. Aber ich träum auf Kärntnerisch und deshalb mach ich mir sprachlich jetzt mal keine Sorgen.

Ich darf immer kommen und sollte das vielleicht einfach öfter machen. Ich würd gern öfter kommen und dann steht einfach das Leben im Weg, Umstände, Banalitäten und Zeit. So schick mir doch bei Zeiten immer mal wieder meine Lieben hoch, sie lieben Hamburg wie ich, das wissen wir beide. Derweil verdien ich hier weiter meine Brötchen, hör die Möwen morgens kreischen und schau vom Balkon aus auf die Würstchenfabrik, während ich mit einem Auge auf mein Auto unten schiele, das mich zu Dir verbindet wie das Zugticket zu einem Ziel. Nur dass es heute schon bequemere Arten gibt und ich einfach das Metapherndenken schon immer ganz chic fand.

Liebe Österreich,

bleib so wie Du bist. Du bist ein gutes Land und bist mir gut im Herzen. Denn rot weiß rot legt man nicht ab. Nie. Muss man auch nicht, während man sich in schwarz rot gold einwickelt und sich sehr wohl fühlt, wo die Füße stehen. Eine beidseitige Liebeserklärung ist das und auch wenn man sich im Leben eigentlich immer für eine Sache entscheiden muss, kann ich mich entspannt zurücklehnen und beide Kandidaten küssen. Denn volle scheen is volle scheen. Und das ist Argumentation genug.

Deine Hanna

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2 Responses to “”

  1. Nic Says:

    Das Bild von euch beiden ist

    g r o ß a r t i g

    sehr sogar.

  2. kathy Says:

    HACH! wunderschön!!!
    sowas wollte ich auch über münster schreiben, hatte ich mir schon im Kopf zusammengedichtet…

    Wieder ein beweis: Genious minds thing alike!


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