Kriselts schon? – Antworten auf einige von 50 bescheuerten Fragen – Teil I

April 14, 2008

Durch meine lange Schreibpause bin ich beflügelt und möchte meinen blog wieder ein wenig ankurbeln. Dürreperioden sind zwar langweilig, aber für mich fruchtbar und effektiver, als konstant gepfufften Textreis zu posten.

So brachte die SZENE HAMBURG diesen Monat auf Seite 28 einen Artikel heraus, der mich an der journalistischen Kompetenz der Hamburger zweifeln ließ.

Inhalt sind 50 Fragen in das Universum hineingefragt. Ein Drittel ist zum Schmunzeln, ein Drittel beantwortbar und nicht nötig und das letzte Drittel für die Forellen.

Nun juckte es mir schon beim Lesen in den Fingern. Also pick ich nun ein paar rethorische Fragezeichen dieser unnötigen Liste auf und überleg mir währendessen, was man mit Seite 28 eher hätte anstellen können

2. Was passiert eigentlich, wenn ich beim Backen den falschen Mehltyp benutze?
Von viel über Nichts bis wenig ist hier alles drin. Genauso wie man beim Laufen eben Lauf- und beim Fussball eben Fussballschuhe benutzen sollte, um beste Ergebnisse und einen barrierefreien Erfolg zu haben, wollen Brot und Gebäckstücke eben auch eine passende Grundlage.
Kekse brauchen helles, backfeines Mehl (das 0815-Hausmehl – Typ 405 zum Beispiel) – kräftige Brote für zünftige Brettljausen hingegen wollen mit Type 1740 geknetet und gegessen werden.
Die Kreuzung meiner Beispiele würden einfach einen schlechten Erfolg und wohl verkümmerte Kekse und unresches Brot bieten.

2. Warum heiraten meine Freunde
Weil sie lieben, verliebt sind, Kinder haben oder kriegen, weil sie den Deckel gefunden haben und nun bis zur Scheidung mit einem Ring am Finger und einer Frau an der Seite durchs Leben wandern wollen. Ganz einfach.

6. Warum mag niemand mit mir auf den DOM gehen?
Auch einfach.
Sorte 1 der Anti-DOM-Geher hat vor Jahren aufgehört Freude an diversen Spaßfahrgeschäften zu finden und findet obendrein ein Herumschlendern um dieselben auch genauso unaufregend.
Sorte 2 hasst Menschenmassenansammlungen, wie FR-SO zu finden, und verbindet diese so sehr mit dem Hamburger DOM, dass er auch MO-DO den Atemn tausender Menschen vor und im Nacken fühlen kann
Sorte 3 achtet schlichtweg auf seine Linie und würde bei einem einzigen 10-minütigen Besuch den gesparten Kalorienpensum einer Woche dort den dicken Frauen beim Schmalzgebäckwagen in die Hand drücken. Von den anderen Fressbuden die legendäre Fresstouren heraufbeschwören schon mal ganz abgesehen.
Sorte 4 fürchtet sich vor den außerstädlichen Jugendlichen, die gefühlt einen ganzen Messerschrank in der linken Jackentasche mit sich führen und auch nicht gerade den harmonischen Gesinnungsdrang mit auf das heilige Geistfeld gebracht haben
Und Sorte 5 hat einfach keinen Bock mit Dir auf den DOM zu gehen.

7. Warum muss gerade ich das machen?
Weil es Dinge gibt, bei denen uns das Schicksal hinters Ohr kackt.

9. Sollte ich Chinesisch lernen?
Nein.

10. Warum kann ich nicht jetzt Rente bekommen und später mehr arbeiten?
Sag mal, tust Du nur so blöd, oder blendest Du den Fakt, dass Du später ÄLTER und SCHWÄCHER seien wirst komplett aus? Vom Kugelschreiberdrehen kann man sich höchsten eine Packung Hartweizennudeln von PENNY leisten. Mit Dosentomaten dazu. Ohne Gewürze.

19. Was passiert wenn ich liegen bleibe?
Freundchen. Ich kenn Dich nicht und aus Humanität muss ich nun aufstreben aus genau diesem Fakt Dir neutral gegenüber zu stehen. Geht SO aber nicht.
Aus Deinem Satz geht hervor, dass Du einen Job hast. Und ein Bett. Davon geh ich aus, dass Du im schlechten bis Normalfall eine Wohnung hast – im besten Fall ein eigene Haus.
Wenn Du liegen bleibst, und das dann öfter machst, wirst Du, ganz einfach, nichts mehr davon haben und schnell zum Amt für Arbeit laufen, damit Du Dir weiter Deinen Computer leisten kannst, dem Du so schwachsinnige Fragen in den Monitor tippst.

21. Benötige ich eine Auffrischungsimpfung?
Mein Lieber, woher sollen wir das wissen? Wer lesen kann ist klar im Vorteil und es gibt wohl nicht umsonst diese schlauen Impfpässe, die notwendige Injektionen ohne Zeigefinger aber mit Datum anziegen.

24. Wie oft muss ich eigentlich noch joggen gehen?
Bis Du a) erfolgreich abgenommen hast (und denkst, dass das Ziel erreicht ist), b) erfolgreich einen Marathon gelaufen bist (und denkst, dass das Ziel erreicht ist) oder c) erfolgreich Knieprobleme gezüchtet hast, sodass nun selbst das Gehen ein Fall für den Orthopäden ist.

26. Darf ich meinen Hausarzt eigentlich unbestraft vermöbeln für den Satz: „Glauben Sie, dass das von alleine weggeht?“
Nein.
1. Vermöbelt man jemanden nur in der Volksschule wegen Lapalien und 2. schon gar nicht jemanden, den man am Ende noch bezahlen muss. 3. hat Dir Gott zwei Lippen gegeben, die wunderbar mit den Stimmbändern kooperieren können. Wenn Dich das Argumentieren und verbale Wehren nicht befriedigt, bleibt Dir noch 4. übrig, den Arzt zu wechsen und Dir selbst an den Kopf zu greifen, warum Du Dich eigentlich bei so einem Schnacker angemeldet hast und nun zweimal Kosten aus der eigenen Tasche begleichen kannst, um nur ein Ergebnis zu erzielen.

28. Warum stelle ich mir plötzlich so viele Fragen?
Damit junge ambitionierte Mädchen was zu tun haben, bis es endlich Mittagessen gibt.

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3 Responses to “Kriselts schon? – Antworten auf einige von 50 bescheuerten Fragen – Teil I”

  1. Mike Hunt Says:

    Wechsel mal die Klolektüre. Die neue METAL HAMMER müsste ja bald kommen …

  2. Glitzerliza Says:

    mann mann, ich sollte dich echt früher zum mittagessen abholen!

  3. pjebsen Says:

    @hanna s.: Noch interessantere Fragen stehen in „Findet mich das Glück?“ von Peter Fischli und David Weiss. Kennst du das?


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