Falcon singen Black

März 18, 2008

Als ich meinen ersten Fotoapperat bekommen habe, stellte das erst meine Mama, dann meine Oma in Frage. Wer soll den Film kaufen? Wer entwickeln? Und am Ende kommen sicher nur schiefe komische Kinderbilder raus, was ich nun, heute, bestätigen kann, dies aber als einen wichtigen Teil meiner unwichtigen künstlerischen Karriere sehe.

Als ich dann kurz danach den Schwarzweißfilm für mich entdeckte, hab ich es mir nicht nehmen lassen, bei beim nächsten Venedigausflug kitschige Aufnahmen von Tauben, Palästen und meiner Schwester zu machen, die sich aber als gar nicht so schlecht entpuppten. Was mich damals stolz machte, kann ich heutelässig erklären: SW kann nunmal aus einfachen Motiven schnell was Gutes machen. Was Schönes. Was Charakterstarkes.

Als ich dann wiederum zu Hause war und die Abzüge meiner Oma zeigte, meinte die, wie schade das sei. Die Schwarzweißfotografie. Dass man Momente fängt, aber die Farbe nicht mehr hat. Und nicht mehr bekommt. Dass man nur einen Abzug in Graustufen hat und das zwar gut aussieht, aber die bunte Vergangenheit nicht wiederholbar ist.

Ich kann mich erinnern, dass ich damals sauer war. Meine Fotos waren gut, meine kreative Ader hat pulsiert und ich fand es überhaupt nicht schade, dass die Latzhose meiner Schwester einen undefinierbaren Grauton aufwies, anstatt dunkelblau unter der venezianischen Sonne zu leuchten.

Gestern stand ich also bei diesem neuen Photoautomaten am Alten Schlachthof und gerade, als ich mich zu wundern afning, warum die Bilder aus Berlin viel schneller aus dem Kasten waren, musste ich lächeln. Ich sah zu dem riesigen leuchtenden REAL,- Schild hinüber und musste meiner Oma recht geben. Rot ist grau. Blau ist grau. Und der Himmel ist dann auch grau. Wäre.

Ich möchte grad nicht über Schwarzweiß-Photographie schreiben, philosophieren und nachdenken. Ja, stimmt schon. Es gibt so viel was in SW bzw. BW so viel besser aussieht. Brustwarzen, einige Hochzeitsbilder und manche Babies. Viel Architektur und häufig Portraits. Aber kein Gras, keine Tomate, keine delial Sonnenmlich, wie sie so gelb im beigen Sand zum hellblauen Himmel beisst.

Dennoch mag ich diese Photoautomaten. Vielleicht, weil sie schon immer so waren. Weil sie sind wie sie sind und man nicht von einer Filmwahl, von einem Farbverlust, von einem EVENTUELL redet. Weil diese Streifen eben schwarz-weiß sind und auch in der Zukunft nicht um die Vergangenheit weinen, weil man wußte, was man tat, weil man wußte, dass es 4 Schnappschüsse aus einer Box sind, die man dann zu Hause aufhängt und deren eigenen Charakter man gut findet. Ohne WENN und ABER. Ohne Nachdenken. Vielleicht, weil man es einmal nicht selbst in der Hand hat, welchen Film man einlegt – oder welchen Modus man auf der Kamera wählt. (Photoshop > Modus > Graustufen > zählt nicht).

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One Response to “Falcon singen Black”

  1. Glitzerliza Says:

    wie gehts, wie stehts?


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